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Interview mit Tanis Helliwell, in Info3 magazin, April 2008 über Elementarwesen, Ökologie und Spiritualität sowie die dunkle Nacht der Seele

 

Tanis Helliwell, kanadische Autorin und spirituelle Lehrerin, hat eine Reihe von Büchern veröffentlicht darunter ihr Bekanntestes „Elfensommer“, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Im März kam der Folgeband „Elfenreise“ in Deutschland heraus. Dort begegnen wir erneut ihrem Leprechaun-Freund, der Tanis und 30 Teilnehmer einer Tour zu heiligen Stätten auf eine mystische aber völlig unvorhersehbare Reise durch Irland nimmt. Ein Erlebnis, das für alle unvergesslich ist.

 

Was ist die Absicht der Elementarwesen? Welches ist ihre Rolle? Welche Bedeutung haben sie für uns in dieser ökologisch hochsensiblen Zeit? Und wie verstehst Du die Schriften von Rudolf Steiner über Elementarwesen?

 

In meinem Buch „Elfensommer“ beschreibe ich eine neue Kaste von Elementarwesen. Vor ungefähr 100 Jahren traf Rudolf Steiner meinen Leprechaun-Freund. Er bat ihn und weitere Elementarwesen aus den unterschiedlichsten Kasten: Leprechauns, Elfen, Kobolde, Gnome, Trolle und Feen mit den Menschen zusammenzuarbeiten. Sie sollen zur Heilung der Erde beitragen und gleichzeitig ihren freien Willen schulen, um Mitschöpfer zu werden.

 

Meine Arbeit unterstützt meinen Leprechaun-Freund dabei. Ich reise um die Welt, um interessierte Gruppen und Menschen zu finden, die mit den Elementarwesen zusammen arbeiten wollen. Egal mit wem ich spreche, seien es die Maori in Neuseeland, die Haida in Kanada, die Mayas in Zentralamerika oder Menschen in Deutschland oder Irland in den Überlieferungen all dieser so unterschiedlichen Kulturen ist die Rede von Elementarwesen. Sie kommen in den Sagen und Legenden vor aber eben auch heute - viele Menschen berichten von Begegnungen mit Elementarwesen.

 

Mein neues Buch handelt von den Erlebnissen einer Reise zu den heiligen Stätten Irlands. Die 30 Teilnehmer kamen aus der ganzen Welt und hatten alle mein Buch „Elfensommer“ gelesen, sie wollten heilige Stätten besuchen und auch den Elementarwesen begegnen. Mein Leprechaun-Freund nahm es wörtlich und nahm uns auf eine mystische Reise, völlig unvorhersehbar und überhaupt nicht so wie ursprünglich geplant. Unsere Reise wurde in vielerlei Hinsicht zu einer Pilgerfahrt mit den Elementarwesen, von denen jedes einen Teilnehmer während dieser Tage begleitete.

 

Die Reiseteilnehmer erlebten eine völlig andere Reise, als sie es erwartet hatten – es war eine Reise zum Selbst, in das Innere der eigenen Person. Dabei erfuhren sie oft sehr unmittelbar, wie stark sie dem Denken verhaftet sind, dass die Dinge alleine nach ihrem Willen geschehen müssten. Die Folge war, dass Teilnehmer erleben konnten, was die Iren „the Craic“ nennen. „The Craic“ sind die turbulenten Umbrüche im Leben, die uns entweder Leiden und Schmerz verursachen oder zu tieferer Selbsterkenntnis führen. Und Leprechauns sind, so sagen die Iren, Meister des „Craic“.

 

Die Elementarwesen laufen im „Craic“ zur Höchstform auf und sie sind Experten, wenn es darum geht, uns durch  „the Craic“ zu führen, ein mystischer Ort, der für uns eine Fülle an Erfahrungen und Möglichkeiten zu innerem Wachstum bereithält. Und der Zweck von Elementarwesen ist es, Dinge wachsen zu lassen, egal ob es sich dabei um Bäume, Kristalle, Berge oder eben Menschen handelt. Ihre Aufgabe ist es, die Erde zu hegen und zu pflegen. Elementarwesen nehmen wahr, wenn wir als Menschen zurechtgestutzt werden müssen und tun das auch, wenn sie sehen, dass wir stärker im Einklang mit den geistigen Gesetzen sein müssten. Das ist es, was sie für uns auf unserer Reise durch Irland taten.

 

Die Iren sind wahre Meister in schwarzem Humor, des Sich-vor-Lachen-Schüttelns, wenn die Dinge nicht so funktionieren, wie wir es erwarten. Und diese Fähigkeit besitzen auch die Elementarwesen. Die Iren lachen über sich selbst, ihre Marotten, über die Momente, in denen all unsere wohldurchdachten Pläne über den Haufen geworfen werden. Dieser irische Humor ist „the Craic“.

 

In Deinem Buch “Decoding Destiny” und auch in Deinen Seminaren sprichst Du immer wieder davon, dass wir, um die Erde zu heilen, zunächst einmal uns selber heilen müssen. So gesehen fängt Ökologie bei uns Selbst an.  

 

Eine der Kernbotschaften, die wir von unserer Reise in Irland mitnahmen, war das tiefe Bekenntnis der Elementarwesen zu der Menschheit. Sie sind bereit, gemeinsam mit uns alles zu unternehmen, was es braucht, um unsere Erde zu heilen.

 

Warum wir Menschen?

 

Weil Elementarwesen aus sich heraus dazu nicht im Stande sind. Der Mensch ist hier auf Erden Schöpfer. Für eine sehr, sehr lange Zeit haben wir diesen freien Willen jedoch in nicht angemessener Weise genutzt. Elementarwesen arbeiten mit Naturgesetzen und sie können dadurch helfen,  sowohl uns als auch die Erde wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Sie sind dazu in der Lage, weil es Elementarwesen der unterschiedlichen Elemente: Erde, Wasser, Feuer und Luft gibt. Es sind die Elemente, aus denen auch wir Menschen bestehen.

 

Ich reise seit mehr als 20 Jahren zu den heiligen Stätten dieser Welt. Heilige Stätten liegen auf den Akupunktur-Punkten der Erde, Ley-Linien, die eine größere Kraftentfaltung erlauben. Das ist der Grund, warum ich diese Reisen mache und engagierte Menschen mitnehme, damit sie selbst einen Wandlungsprozess durchlaufen aber auch an der Transformation der Erde mitwirken können.

 

Die Erde erlebt grade einen Quantensprung auf eine höhere Frequenz, die die Eigenschwingung der Erde steigen lässt. Energetisch bewegt sie sich auf eine höhere Schwingung zu und Elementarwesen leben und arbeiten auf dieser höheren Schwingung. Aus diesem Grund ist es uns jetzt wieder wesentlich einfacher möglich, Zugang zu ihnen zu finden.

 

Und es ist extrem wichtig, dass wir an unserer eigenen Transformation arbeiten. Das bedeutet, dass wir unsere Ängste loslassen und wandeln, unsere Vorstellungen und Erwartung überwinden müssen und unser Dasein hier auf Erden so gestalten, dass wir von Hoffnung getragen, dem Leben offen und optimistisch begegnen können. Positive Emotionen haben eine wesentlich höhere Schwingung als andere Emotionen. Deswegen arbeiten wir auch in meinem Seminar „Transform Your Self“ mit dem Körperelementarwesen. Denn auch es ist ein Elementarwesen, das uns helfen kann, uns auf ein höheres Niveau einzuschwingen.

 

Ich verstehe durchaus, dass wir die Hoffnung verlieren können, wenn wir die Gewalt, die ökologischen und ökonomischen Probleme und all die kaputten Ehen um uns herum sehen. Wir können das aber auch mit anderen Augen betrachten, nämlich als das Ende einer Ära. Was wir da an Schrecklichem sehen, ist dann nichts anderes als der Todeskampf unseres alten Weges, der Zusammenprall alter Muster und Verhaltensweisen, die nicht mehr funktionieren, mit einer neuen Schwingung, die die Welt erfasst.

 

Wir Menschen haben die Neigung außerordentlich ängstlich zu reagieren, wenn wir uns ändern sollen. Wir halten an Altbekanntem fest, weil wir es kennen und es uns vertraut ist – egal ob es uns und der Welt gut tut oder nicht.

 

Deswegen erzeugt diese neue Schwingung ein solches Unwohlsein und unangenehme Gefühle in uns, so dass wir uns völlig aufreiben bei dem Versuch, gegen uns selber zu kämpfen, bis wir erschöpft aufgeben und uns dem Unbekannten ergeben. Und in diesem Akt des Sich-Ergebens bricht uns das Licht auf, so dass die neue Schwingung in uns Einlass findet. Wir können also wählen, als was wir die ganzen Unruhen in der Welt betrachten wollen: ist das Glas halbvoll oder halbleer?

 

Ein Freund von mir sagte einmal, dass er sich erst verändert habe, als die Schmerzen des Sich-nicht-Änderns größer wurden als die Schmerzen des Sich-Änderns. Das ist der Punkt, an dem wir derzeit sind. Es geht also nicht darum, den Schmerz zu leugnen sondern darum, ihn anzunehmen ohne zu verzweifeln. Denn wenn wir verzweifeln, sinkt unsere Energie und wir können dann nicht an der Heilung der Erde mitwirken.

 

 

Anfang des Jahres hat eine Studie über das Phänomen Midlife-Crisis in den Medien für Aufsehen gesorgt. Andrew Oswald von der Universität Warwick stellte in einer Langzeitstudie an 2 Millionen Personen aus 80 Ländern fest, dass dieses Phänomen unter 40 bis 55 Jährigen sehr weit verbreitet ist und zwar offensichtlich unabhängig von Kultur, Geschlecht oder persönlichen Lebensumständen. In Deiner Arbeit bezeichnest Du das als die dunkle Nacht der Seele, ein Begriff der von Johannes vom Kreuz stammt. Was können wir tun, wenn wir uns in dieser dunklen Nacht der Seele befinden?

 

Als erstes sollten wir uns darüber im Klaren sein, dass alles mit uns in Ordnung ist. Wir machen nicht irgendetwas, was diesen Schmerz in uns verursacht. Nein, was wir in solchen Momenten erleben, ist vielmehr das Wesen der Evolution. Was wir wirklich brauchen ist Mitgefühl: für uns und für andere. Wir sollten immer hochmotiviert sein und die beste Absicht in uns tragen aber wir sollten auch mitfühlend und verzeihend mit uns selber sein, wenn wir unsere hochgesteckten Ziele nicht erreichen.

 

Das Zweite was wir tun können, ist unsere Energie den Dingen zu widmen, die uns vom Universum angetragen werden, die Chance eben in irgendeiner Weise hilfreich und unterstützend tätig zu sein. Das könnte sein, jemanden aufzubauen, durch etwas, was wir für ihn tun, oder etwas, womit wir ihm helfen oder ihn unterstützen. Das könnte beispielsweise meine Dorfgemeinschaft sein, in deren Umgebung die letzten Urwälder Kanadas abgeholzt werden und in der mir die Aufgabe angetragen wird, Berichte für die Kommunalregierung zu schreiben, Vorträge zu halten und auf ganz konkrete Weise dabei zu helfen, die Gesetzgebung zu ändern, obwohl der eigentliche Grund, warum ich mich in einen so abgelegenen Winkel wie Powell River zurückgezogen habe, Stille, Freude an der Natur und Zeit für mich ist. Ich würde lieber durch die Wälder spazieren und Bücher schreiben aber das ist nicht die Einladung, die an mich erging hat. Sie lautete stattdessen: beteilige Dich und sei aktiv, um die gängige Forstpraxis nachhaltig im Sinne der Erde zu ändern.

 

Denk global – handele lokal. Oft beklagen wir Ereignisse, die wir in den Nachrichten an weit entfernten Schauplätzen sehen, all diese schlechten Nachrichten, mit denen wir überflutet werden. Und wir verbrauchen unsere ganze Energie, darüber zu klagen. Stattdessen könnten wir uns zig Dinge in unserer unmittelbaren Umgebung vornehmen und es dann einfach tun!

 

Das Dritte, was wir machen können, ist Freude in unserem Leben kultivieren. Wir sollten immer das Gleichgewicht in unserem Leben suchen, so dass wir Zeit haben, mit Freunden Essen zu gehen oder im Park zu spazieren. Wenn wir keine Freude in unserem Leben haben, kann es uns passieren, dass wir anderen und der Welt ganz phantastisch helfen aber trotzdem allmählich frustriert und angespannt werden und so nach und nach unsere positive Lebenshaltung verlieren. Und dann – lässt unsere Energie nach, obwohl wir so viel Gutes tun. Ja, wir sollten voller Freude und Optimismus sein und volles Vertrauen haben, dass am Ende alles gut wird.

 

Interview und Übersetzung Verena Deeken

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